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Baumwollfeld

Baumwolle

Geschichte und Entdeckung

Über den Ursprung der Baumwolle ist man sich bis heute nicht ganz klar. Es gelten verschiedene Gebiete als Ursprung, da in mehreren Ländern, die Vorteile der Baumwolle schon früh erkannt wurden. Unter anderem wurde sie im Andengebiet, in Indien und im südliche Teil Afrikas in großem Ausmaß kultiviert.
Hauptsächlich wird jedoch Indien als Herkunftsland indiziert. Hier wurde Baumwolle, nachweislich, erstmals zu Stoffen und Textilien verarbeitet. Auch die Inkas und Azteken nutzten Baumwollfasern zur Herstellung von Tüchern und anderen Textilien schon tausende Jahre vor Christi. Die Naturfaser war ein hoch geschätztes Gut. Begehrt für Ihre Reinheit, wurde sie teuer gehandelt und galt als edles Gastgeschenk. Nach und nach verdrängten Baumwollstoffe, Leinen, Hanf und Wolle zunehmend.
Zurecht wird die Geschichte der Baumwolle oft mit Sklaverei und Ausbeutung in Verbindung gebracht. Die Profitgier der Kolonialmächte zwang hauptsächlich indische Bauern, wie auch AfroAmerikanische Farmer, im Süden Amerikas, in Armut und Sklaverei. Eine lange, dunkle Geschichte, welche auf der Verarbeitung von Baumwolle lastet. Trotzdem, Baumwolle ist einer der beliebtesten und am häufigsten verwendeten Naturmaterialien. Im Jahr 1900 erreicht der Anteil der Verwendung von Baumwolle in der Textilindustrie einen weltweiten Marktanteil von rund 80 Prozent.
Der Marktanteil vom Baumwolle ist bis heute wieder gesunken, macht aber immer noch fast ein Drittel, aller Textilprodukte aus.

Herstellung

Trotz ihres Namens, wächst Baumwolle nicht wie angenommen an Bäumen, sondern an Pflanzen. Es gibt ca. 30 bis 50 verschiedene Arten von Baumwolle. Sie wächst in kleinen Büschen und wird auf großflächigen Plantagen gezüchtet. Die Baumwollfrucht benötigt zwischen acht Monaten und einem Jahr, bis sie reif ist. Nach dieser Zeit, kann der höchste Ernteertrag erzielt werden. Baumwolle reift ungleichmäßig und gedeiht am besten in warmen Gebieten, auf nährstoffreichem Boden. In der Blütezeit, springt die Kapsel der Baumwollfrucht auf. Der flauschige Inhalt kann nun entnommen werden. Aus diesem entsteht das Baumwollgarn, wie wir es heute kennen und tragen.
Früher noch von Hand gepflückt, erfolgt dies heute überwiegend maschinell. Die Baumwollkapsel ist sehr scharfkantig und somit ist das Ernten von Hand kein Zuckerschlecken. Vor der Verarbeitung werden die Baumwollfasern gereinigt und Blätterreste und Körner entfernt. Nachdem die Fasern zu Ballen geformt werden, sind sie bereit zur Weiterverarbeitung. Spinnereien übernehmen die Verarbeitung zu Baumwollgarn und die anschließende Veredelung. Hierbei wird die chemische Struktur der Baumwolle verändert. Sie wird reißfester, glänzender und elastischer gemacht. Bei der Aufarbeitung gehen nur rund 10 Prozent des Rohgewichts verloren.

Nutzung und Eigenschaften

Die heutigen Hauptproduzenten von Baumwolle sind China, Indien, USA und Pakistan, aber auch die Türkei ist ein wichtiger Lieferant für Deutschland.
Mittlerweile, ist der Anteil der Verwendung von Baumwolle in der Textilindustrie auf Grund von Synthetik-Fasern, wie Polyester und Polyamid auf ca. 33 Prozent gefallen. Trotzdem, Baumwolle ist und bleibt die beliebteste Naturfaser. Mit einem Marktanteil von 75 Prozent ist sie die am häufigsten verwendete Naturfaser weltweit und wird auch heute noch für fast ein Drittel, aller Textilproduktionen eingesetzt.
Baumwollstoffe haben viele positive Eigenschaften. Diese machen sie attraktiv für die Textilindustrie.
Einer der wichtigsten Eigenschaften von Baumwolle ist die hohe Saugkraft. Zum Putzen und Trocknen sind Baumwolltücher ideal geeignet. Baumwolle kratzt nicht, wie beispielsweise Wolle und andere Naturstoffe. Sie liegt angenehm auf der Haut und hält lange warm. Deswegen ist sie ideal als Unterwäsche oder für Pullover geeignet. Kleidung aus Baumwolle ist extrem wasch- und hitzebeständig. Sie kann ohne Probleme gekocht und gebügelt werden. Verglichen mit anderen Materialen ist Baumwolle äußerst strapazierfähig und dehnbar. Sie reißt nicht und kann sich lediglich auf Dauer verändern. Es ist normal, dass Baumwolle durch Waschen, einlaufen kann. Dem kann aber durch leichtes Strecken entgegengewirkt werden. Auch stark verschmutzte Baumwolltextilien sind vergleichsweise einfach zu reinigen.
Ein wichtiger Faktor heutzutage ist außerdem, dass Baumwolle kaum Allergiepotential ausweist.
Auf Grund ihrer Saugfähigkeit, wird Baumwolle neben der Textilindustrie auch in der Kosmetikindustrie und Medizin eingesetzt. Unter anderem für Wattestäbchen, Verbände und viele weitere Produkte. Sie ist nass noch reißfester als in trockenem Zustand, deswegen findet sie auch Verwendung bei der Herstellung von Zelten, Papier und Fischernetzen.

Vorteile von Baumwolle

  • Saugkraft. Baumwolle ist extrem saugfähig und kann auch große Mengen an Flüssigkeit aufnehmen.
  • Reißfestigkeit. Baumwolle ist sehr reißfest. Nass noch mehr als trocken. Zudem bleibt sie trotzdem vergleichsweise dehnbar.
  • Langlebigkeit. Baumwolle ist enorm langlebig und waschbeständig. So können Baumwollkleider und -tücher durchaus jahrelang getragen werden.
  • Wärmespeichernd. Baumwolle hält im Vergleich zu Kunstfasern dauerhaft warm.
  • Hitzebeständigkeit. Baumwolle kann problemlos gekocht und auf natürliche Weise entkeimt werden.
  • Hautverträglichkeit. Baumwolle hat kaum Allergiepotential und kann auch von Menschen mit sehr empfindlicher Haut getragen werden